Affäre Wulff: Privatkredit per bestätigtem Scheck
Geschrieben von LMH am 14. Dezember 2011
Eine Stellungnahme des Bundespräsidialamtes stürzt die Erklärungen von Bundespräsident Wulff in unbeabsichtigte Widersprüche. Laut Bild.de sei “Aussteller” des Schecks über 500.000 €, den Wulff aus den Händen des Kaufmanns Geerkens entgegen nahm, die Deutsche Bundesbank gewesen. Auf diesem umständlichen Weg begibt aber kein Mensch ein Privatdarlehen.
Ausstellerin des Schecks dürfte die Deutsche Bundesbank ohnehin nicht gewesen sein. Aber offenbar hat Geerkens mit einem Scheck geleistet, auf dessen Rückseite die Bundesbank einen Bestätigungsvermerk angebracht hatte. Der Einsatz eines hoch gesicherten Zahlungsinstruments ist üblich bei Zug-um-Zug-Geschäften, wenn der Überbringer mit der Übergabe des Schecks eine Gegenleistung veranlassen will, die unter der Bedingung der sofortigen Zahlung oder eben eines zahlungsgleichen Surrogats steht.
Geerkens ist ein erfahrener Kaufmann. Hätte er ein privates Darlehensversprechen erfüllen wollen, dann wohl kaum auf diesem umständlichen Zahlungsweg.
Update 16. Dezember: Heute Abend wird klar, warum Geerkens den umständlichen und unter Besicherungsgesichtspunkten (und nur dafür steht der Service der Bundesbank zur Verfügung) sinnfreien Weg gewählt hat. Dieser Geschäftsweg führt dazu, dass der Scheck als Aussteller Geerkens’ Hausbank führte, und nicht Geerkens. Die Beteiligten wollten also von Anfang an allein den Auftraggeber der Zahlung verdunkeln – und haben nebenbei auch die Dienste Bundesbank missbraucht. Interessant, wie der ehrbare Kaufmann Geerkens Geschäfte abzuwickeln versteht.
Update 7. Januar: Die heutige Berichterstattung der Frankfurter Rundschau, die nds. Grünen-Fraktion halte Wulff darüber hinaus vor, er habe auf einen notariellen Kaufvertrag verzichtet und seine Kreditgeber im Grundbuch nicht genannt, dürfte auf ein Missverständnis zurückgehen. Ohne Beurkundung durch einen Notar oder ein Gericht wäre Wulff schwerlich in die Grundbuchposition gelangt; und bei Verzicht der Bestellung einer Grunddienstbarkeit kann der Begünstigte (Kreditgeber) auch nicht im Grundbuch eingetragen werden. Vor allem hat der Erwerber regelmäßig weder Interesse noch Pflicht, für einen Eintrag des Kreditgebers zu sorgen.
YoungtimerBlog sagte
…eigentlich langweilt es einen doch langsam, dass diese Leute alle und immer wieder schlicht und ergreifend unprofessionell sind…
eifeleuleulb sagte
und in Sachen Kommunikation Null Ahnung haben und sich einbilden, mit Rhetorik sei’s getan!
smash2102 sagte
es wird Zeit für einen geordneten Rückzug, alles andere wäre ein Fehler
Daisy Duck sagte
Aus die Maus !!!
FW Berlin sagte
Am 7. Januar 2012 schließlich schreibt die “Welt”:
Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13802712/Wulff-soll-Haus-mit-anonymen-Scheck-bezahlt-haben.html