Heute Nacht wird das Wulff-Telefonat veröffentlicht
Geschrieben von FW Berlin am 7. Januar 2012
Heute werden rund 2.000 Demonstranten am Bellevue erwartet, die “Wulff den Schuh zeigen” wollen (siehe Graphik). Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass der streitige Mitschnitt vom Anrufbeantworter des “Bild”-Chefrakteurs am Sonntag veröffentlicht werden soll.
Ein so genannter Mikroblogger berichtete gestern Abend auf Twitter, einer nach seiner Auffassung zuverlässigen Quelle zufolge sei mit einer Veröffentlichung der Niederschrift des kompromittierenden Anrufs des Bundespräsidenten in einer “großen Sonntagszeitung” an diesem Wochenende zu rechnen.
Unabhängig von dieser Quelle spricht ebenfalls für eine bevorstehende Veröffentlichung, dass die Redaktion der “Bild”-Zeitung am Freitag den Wortlaut des Anrufs nicht nur unaufgefordert dem Bundespräsidialamt zugefaxt, sondern die Tatsache der Zuleitung des Textes auch publik gemacht hat. Der Düsseldorfer Urheberrechtler Udo Vetter kommentierte dies mit der sarkastischen Bemerkung: “Langsam bewundere ich Kai Diekmann. Schickt Wulff den Anruf, um später sagen zu können, er sei aus dessen Amt geleakt.”
bobrobotboy sagte
Wie auch immer der komplette Text der Nachricht lautet, letztlich ist die Veröffentlichung überflüssig. Wulff rief mehrere Springer Verantwortliche an und drohte mit Strafanzeige. Der Präsident inszenierte eine menschelnde Mitleidstour vor zwei Hofberichterstattern des Öffentlich Rechtlichen Fernsehens und wiederholte seine Ausflüchte und Unwahrheiten zu der offensichtlichen Verquickung von Amt, Privatem und Wirtschaftsprominenz. RWE-Boss Jürgen Großmann hielt in der Norddeutschen Landesbank Hannover die Laudatio anlässlich der Veröffentlichung der Wulff-Biographie „Besser die Wahrheit“, kaufte 2500 Exemplare und verschenkte sie als Gratiswerbung für Wulff. Mehrere Urlaube in den Luxusdomizilen befreundeter Unternehmer (Geerkens, Baumgartl [Talanx Versicherungen], Maschmeyer [AWD Finanzdienstleister], die Finanzierung einer Anzeigenkampagne für die Wulff Biographie durch Carsten Maschmeyer und ein
vorteilhafter Privatkredit des Osnabrücker Geschäftsmannes Egon Geerkens, der ihn auf Dienstreisen als „Familienunternehmer“ begleitete, stellen für den Christdemokraten plötzlich kein Problem dar. Auch mit seinen Behauptungen zur „Fixierung“ des neuen BW Bankkredits (Handschlagqualität) und den „ganz normalen üblichen Konditionen“ hierfür, zeigt Wulff was von seinem Anspruch der Transparenz zu halten ist. Viele Menschen im Land schämen sich für dieses Verhalten während das Staatsfernsehen in Kooperation mit Infratest Dimap behauptet,60% der Bürger würden Wulff eine zweite Chance geben wollen, obwohl diese Fragestellung in der Erhebung genauso wenig vorkam, wie die von Jörg Schönenborn behauptete öffentliche Bitte um Verzeihung von Wulff. Bitte beenden Sie dieses unwürdige Schauspiel und ziehen endlich die Konsequenz aus Ihrem beschämenden Verhalten, Herr Präsident !
http://machtelite.wordpress.com/2012/01/06/ardinfratest-dimap-die-60-luge-von-der-zweiten-chance-fur-wulff/
rundertischdgf sagte
Es kommt lt. ARD immer auf die richtige Performance an, auch in der Affäre Wulff.
http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/01/05/ard-performance/
Hin und hergerissen « wie das Leben so spielt… sagte
[...] sicher nicht lange halten kann. Wenn heut Nacht laut dieser verlinkten Information sein aufgebrachtes Telefonat veröffentlicht wird, wird sich das Fallbeil auch von Frau Merkel nicht mehr halten lassen – Herr [...]
ollieswelt sagte
Von den 2000 erwarteten waren es nichtmal ganz 300…die vor dem Bellevue waren…
Und Diekmann hat nen Steifen… von 9m länge…der kommt momentan nicht ans Faxgerät ran…
payoli sagte
Entschuldige schon, aber Ihr Deutschen, sag ich einmal als Össi, obwohl ich weiß, dass wir hier ähnlich blöd sind, seid doch wirklich nuir mehr peinlich!
Sich an solchen peanuts eines einzelnenPolitikers so sehr aufzuhängen ist doch wirklich nur mehr peinlich!
Habt Ihr keine anderen Sorgen!?
Vogel sagte
Tatsächlich sind wir Deutschen sonst ganz sorgenfrei.
Der Wohlstand hängt uns zu den Ohren raus. Alle Welt liebt uns, auch ihr Österreicher (obwohl ihr das nie und nimmer zugeben würdet)
moboogie sagte
Seh’ ich genauso wie Payoli….. es gibt weitaus schlimmere “Verbrecher” unter den Politikern. Völlig überzogen die ganze Geschichte!
panikzentrale sagte
Doch, doch – natürlich haben wir andere Sorgen, lieber Vorredner.
Aber die werden eben genau durch dieserart medialer und menschlicher Impotenz minimiert. Die Sorge heißt: Wie kriegen wir unser Land kaputt und die letzten Menschen, die das Szepter in die Hand nehmen, so klein und rund, dass sich niemand mehr als Nachfolger findet.
Wer will auch ein solches Land regieren?
2010sdafrika sagte
Das Amt des Bundespräsidenten erweist sich mittlerweile als reiner Bluff, wenn man bedenkt, dass nicht nur Horst Köhler sein Amt nicht verantwortungsbewusst genug führen konnte, sondern auch Christian Wulff. Beide Herren werfen ein negatives Licht auf das Schloss Bellevue. Ich möchte daran erinnern, dass der Bundespräsident stets eine Vorbildfunktion gegenüber Afrika eingenommen hat: http://wp.me/pNjq9-14e. Echt traurig!
Bettina Mertinkat (@HHWerbung) sagte
Ich glaube Herr Wulff ist der schlechteste Bundespräsident den Deutschland bisher hatte.
Ich frage mich schon die gesamten letzten Tage: Warum klebt dieser Mann so an einem Sessel?
rigid sagte
Um eine gewisse Kontinuität im Bundespräsidialamt zu gewährleisten, sollte bei einem eventuellen Rücktritt unseres jetzigen Salami-Akrobaten, auch der durch Affairen gestählte frühere Bundes- und Eigenverteidigungsminister KTZG in Erwägung gezogen werden. Er hat das richtige Parteibuch, beste Verbindungen zum Bundeskanzleramt, ist im In- und Ausland bestens bekannt und in bester Erinnerung. Er ist kein Brillenträger, jung und dynamisch, kann eine neue Frisur und eine hübsche First Lady vorweisen und ist erwiesenermaßen in schwierigen Situationen äußerst standhaft gegen Anfeindungen. Auf die ihm jetzt gezahlten Ruhestandsgelder wird er sicher gern verzichten, so daß er auch finanziell “ein Schnäppchen” für die Staatskasse darstellen würde. Da er gerade dafür frei wäre, sollte man die Gelegenheit nicht versäumen, ihm eine angemessene Position in unserem Land zu offerieren, um seine Verdienste für das Land zu mehren. Eine Lehrzeit als Bundespräsident ist aufgrund seiner akademischen Bildung sicher nicht erforderlich.
Als Adeliger machte er sich auch noch besser als Hausherr im Schloß Bellevue als der jetzige Bewohner niederer Herkunft. Kostenlose Übernachtungen und Urlaube beim gemeinen Volk verbietet schon seine adelige Herkunft. Auch das Problem, von der Opposition akzeptiert zu werden, ist bei KTZG nicht zu erwarten. Alles in allem: einen besseren Kandidaten findet man nicht!